Krafttraining im Jugendalter

18.07.2016

Hey Leute! Im Vergleich zu früher ist es heute absolut nichts Ungewöhnliches mehr im Gym angemeldet zu sein. Im Gegenteil, Fitness boomt und es gehört fast schon zur Normalität eine Mitgliedschaft zu haben. Dementsprechend oft kommt gerade von jungen Leute die Frage, ab wann trainieren sinnvoll sein kann oder ob Krafttraining in der Pubertät mit Gewichten generell zu gefährlich ist. Oder ab wann man www.das10wocheprogramm.de absolvieren kann.

Das sei doch ungesund so früh anzufangen, würde nichts bringen und vielleicht sogar das Wachstum negativ beeinflussen. Deshalb sollte man auf jeden Fall lieber mit dem eigenen Körpergewicht trainieren. Heute möchte ich mal mit ein paar Mythen aufräumen und euch anhand von Fakten im Detail darüber aufklären!

 

 

Mythos 1: Krafttraining ist zu gefährlich - Krafttraining Pubertät

Das Gegenteil ist der Fall! Krafttraining bei Kindern und Jugendlichen zeigte in vielen durchgeführten Studien unter Einhaltung der Trainingsempfehlungen ein deutlich geringes Verletzungsrisiko im Vergleich zu Ballsportarten. So ergab eine Untersuchung nur 0,0035 Verletzung auf 100 Stunden Krafttraining im Vergleich zu 6 Verletzungen auf 100 Stunden Fußball! Es gibt lediglich 3 dokumentierte Fälle von “Verletzungen” in Studien mit Kindern, die allesamt nur Schulterzerrungen waren und entweder sofort, nach einem Tag oder 1 Woche Pause wieder vollständig kuriert wurden.

 

Mythos 2:  Krafttraining schädigt die Wachstumsfugen - Kraftraining Wachstum Studie

Schäden an Wachstumsfugen wurden lediglich in retrospektiven Studien aus den 70/80er Jahren beobachtet, aufgrund von falscher Ausführung, Verwendung von zu viel Gewicht oder unzureichend qualifiziertem Aufsichtspersonal. Die Schwachstelle dieser Art von Studien ist, dass durch Befragung über die Vergangenheit Rückschlüsse gezogen werden. Hier kann der Kausalzusammenhang für eine Schädigung nicht endgültig geklärt werden, da es noch viele anderen Ursachen geben könnte und Patienten auf alte Unterlagen oder Erinnerungen angewiesen sind, die weit zurückliegen können.

Es gibt bis heute keine prospektiven Studien, die Verletzungen des Wachstumsknorpels aufgrund von Widerstandstraining zeigen würden. Ebenso gibt es keine Belege, die eine negative Auswirkung von Krafttraining auf das Wachstum hindeuten würden. Krafttraining hat also unter Einhaltung der Trainingsempfehlungen und bei Anwendung der geeigneten Technik absolut keine negativen Auswirkungen auf das Wachstum, das wurde auch in Studien gezeigt, die mit modernen Messverfahren die entsprechenden Gewebe untersucht haben.

 

Mythos 3: Krafttraining hat keinen Mehrwert

Das Gegenteil ist der Fall. Einige Studien zeigten eine Verbesserung der Knochendichte bei Kindern, Jugendlichen und jungen Elitegewichthebern, die Krafttraining ausführten. Zudem verbesserte sich Allgemeingesundheit und Wohlbefinden, motorische Fähigkeiten, die Körperzusammensetzung und die Kraft bei Jugendlichen. Der enorme Nutzen wiegt ein Risiko, das deutlich geringer ist als bei anderen Sportarten daher bei Weitem auf.

 

Mythos 4: Bodyweight Übungen sind besser für Jugendliche!

Jugendliche, die Lust darauf haben im Fitness Studio mit Gewicht zu trainieren, wie bei Das 10 Wochenprogramm, wird oft der Ratschlag gegeben sie sollen doch lieber mit dem eigenen Körpergewicht trainieren. “Das ist sicherer!”

Hier muss man sich vor Augen führen, dass Training mit Körpergewicht ebenfalls ein Training gegen einen Widerstand darstellt, wie auch ein Training mit freien Gewichten oder an Maschinen. Der Körper unterscheidet hier nicht. Widerstand ist für ihn Widerstand. An Maschinen und Hanteln lässt sich das Gewicht jedoch individuell anpassen, während der eigene Körper einen nur schwer verstellbaren Widerstand darstellt. Gerade für Jugendliche, die etwas mehr auf den Rippen haben, kann ein Klimmzug oder Liegestütz am Anfang schon zu viel sein, während man im Gym den Widerstand variabel an den Trainingszustand anpassen kann.

Mit Bodyweight Übungen kann man sich zweifellos ohne Gefahr über eine gewisse Zeit lang steigern. Wenn irgendwann der Reiz für mehr nicht mehr ausreicht bzw. mit schwierigeren Übungen, wie z.B. Handstand Push Ups, Muscle Ups usw. ein stärkerer Reiz geboten werden soll, kann sich das allerdings schnell ändern und das Verletzungsrisiko steigen. Über den Sprung einer 65kg schweren Sportlerin auf eine Kraftmessplatte wurde gemessen, dass dies eine Belastung von mehr als 350kg auf die Achillessehnen darstellt. Das zeigt einmal mehr, dass der Körper einiges an Belastung aushält. Warum sollte also eine gut ausgeführte Kniebeuge mit sauberer Technik und deutlich weniger Gewicht schädlich sein, wenn der Körper im Alltag weitaus größere Belastungen bewältigen muss.

 

Krafttraining Jugendalter - Wie trainieren!

Jugendliche können alle Übungen machen, die Erwachsene auch machen. Es gibt hier keine Einschränkungen. Das Training sollte von der Intensität zum Großteil etwas niedriger als bei 80-85% des 1 Rep Max sein. Da Muskelversagen nicht notwendig ist, sollten Jugendlichen in den ersten 2 Trainingsjahren auch Maximalkraftversuche verzichten und sich etwas langsamer steigern, als sie vielleicht könnten. Eine regelmäßige Überprüfung der Technik ist hier unerlässlich.

 

Fazit

Es gibt keine Belege für eine Behinderung des Wachstums von Jugendlichen durch Krafttraining. Jugendliche können und sollten Krafttraining betreiben. Ziel ist zu fordern ohne zu überfordern, sich etwas langsamer als es möglich wäre, aber stetig zu steigern. Wichtig ist die korrekte Ausführung den einzelnen Übungen, die in meinem Das 10 Wochenprogramm beispielsweise immer ausführlich und detailliert erklärt wird. Bei einem durchdachten Training können Jugendliche bis das Erwachsenenalter erreicht wird, bereits beeindruckende Kraftwerte vorweisen. 

Euer Julian